21 Mai 2018

Gold of Mauritius – Dark Rum




„Wenn man einem Insel­be­woh­ner glaubt, dann könnte man die Mei­nung bekom­men, dass Mau­ri­tius zuerst geschaf­fen wurde, und dann der Him­mel; und die­ser Him­mel ist eine genaue Kopie von Mau­ri­tius.“ – Mark Twain


Mit „Gold of Mauritus – Dark Rum“ führt uns unser heutiger Rum nach Afrika; um genauer zu sein, auf den indischen Ozean. Hier liegt, für Rum-Kenner wohl bekannt, der kleine Inselstaat Mauritius. Mit seiner langjährigen Rum-Tradition, die bis in die Kolonialzeiten zurückreicht, ist Mauritius eine wahre Schatztruhe für Rumgenießer, weshalb wir uns heute einem dieser Schätze widmen.

Wie bereits erwähnt, besitzt Mauritius eine echte Rum-Tradition, denn anders als auf anderen Inseln um Afrika, wurde auf Mauritius der Zuckerrohr nicht für die Produktion von Speisezucker, sondern ausschließlich und direkt für die Herstellung eines durch Fermentierung entstehenden alkoholischen Getränks auf Zuckerrohrbasis angebaut. So kann man den Holländern nur danken, welche zwischen 1598 und 1710 den Zuckerrohr von Java mit nach Mauritius brachten. Als die Franzosen 1710 Mauritius angriffen und die Verwaltung der Insel übernahmen, fanden sie eine bereits florierende Zuckerrohr-Wirtschaft vor und bauten draufhin 1739 die erste Zuckermühle auf Mauritius. Es ist kaum verwunderlich, dass noch im selben Jahr die erste Distillerie entstand.

Anders als von französischen Kolonien zu erwarten, wurde der Rum nicht aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert, sondern seit je her aus Melasse. Noch mehr verwundert es deshalb, dass bis 2006 die Herstellung von Ruhm, also Rum aus frischem Zuckerrohrsaft, auf Mauritius komplett untersagt war.

Doch geht die Geschichte um Rum auf Mauritius noch weiter. Es war also um 1810, als das britische Imperium die Verwaltung von Mauritius übernahm und die Insel in eine einzige Zuckerrohr-Plantage verwandelte. Nochmals vierzig Jahre dauerte es, bis im Jahre 1850 Dr Pierre Charles François Harel den Vorschlag machte, auf lokaler Ebene ein bestimmtes Destillations-Konzept nur auf Mauritius einzuführen, um Qualität und Produktion zu vereinheitlichen. So gilt Pierre Harel bis heute als der eigentliche Begründer der mauritischen Rum-Produktion. Dafür danken wir Ihm!

Herstellung

„Gold of Mauritius – Dark Rum“ wird seit 2011 von Frederic Bestel hergestellt. Dieser wollte einen Rum kreieren, der “nach Mauritius schmeckt” und die Insel komplett in den Adern hat. So wird „Gold of Mauritius“ ausschließlich aus Melasse gebrannt, die direkt auf Mauritius aus einheimischem Zuckerrohr hergestellt wird.

Die Melasse wird vor dem Brennvorgang für 36 Stunden fermentiert und danach kontinuierlich bei 95°C in einer Column-Still gebrannt. Um den Charakter der Mauritius-Melasse nicht zu verlieren, wird extrem vorsichtig destilliert; so wird beispielsweise schon auf kleinste Temperaturabweichungen reagiert.

Das fertige Destillat wird dann auf einen Alkoholgehalt von 60% vol. reduziert und danach für drei Monate in ehemalige Portweinfässer mit je maximal 180 Liter Fassungsvermögen gefüllt. Die verwendeten Fässer sind recht stark geröstet und geben in diesem kurzen Zeitraum vornehmlich Süße in das Destillat ab. Nach den ersten drei Monaten der Lagerung wird das Destillat filtriert und erste Proben werden entnommen. Dadurch kann der Geschmack bei Bedarf nachjustiert werden, bevor es in die zweite Phase der Lagerung geht. Denn noch einmal kommt der Blend in Ex-Portweinfässer und verweilt dort, je nach Bedarf, weitere acht bis 12 Monate.

Geruch und Geschmack

Wenn wir den „Gold of Mauritius – Dark Rum“ öffnen und zuerst ganz vorsichtig die Nase an die Flasche halten, werden wir von Kindheitserinnerungen an die Süßwarenstände auf dem Rummel fast überwältigt. Man möchte die Nase fast in die Flasche stecken, denn es riecht nach kandierter Banane mit Schokoladenglasur. Eben wie auf dem Jahrmarkt und so wie der erste Biss in besagte Leckerei. Schafft man es die Nase wieder von der Flasche los zu bekommen und in ein Glas zu stecken, was auf Grund der Flaschenform auch nicht das einfachste ist, entfalten sich in der Nase auch nussige Aromen von Wal- und Erdnuss, gepaart mit ein wenig Kork, sowie einer leichten Amarena-Kirsch-Note.

Im Mund entfalten sich die Früchte nicht ansatzweise so stark wie in der Nase.
Wir schmecken eine wohltuende Süße, die nicht zu übertrieben daherkommt, sondern gepaart mit feinem Kork, der den Rum förmlich in den Mund begleitet. Dort angekommen, brauchen wir einen Moment, um den Geschmack richtig zu realisieren, denn wir schmecken Walnuss, Erdnuss uns Haselnuss gepaart mit reifen Trauben. Durch eine nicht zu unterschätzende Holz-Würze und subtile Süße erinnert uns „Gold of Mauritius – Dark Rum“ im Abgang an Speyside Whiskys. Wenngleich der Rum-Charakter nicht verloren geht.

Fazit

„Gold of Mauritius – Dark Rum“ ist ein außergewöhnlicher Blend, der Spaß machen kann, wenn man sich auf ihn einlässt. Denn anders als die meisten Rums ist er einfach nicht so leicht zugänglich und ist durch seine starke Würze sehr charakterstark. Das kann gefallen – muss es aber nicht. Jedoch gerade deshalb ist dieser Rum so unglaublich spannend und außergewöhnlich.

Süße:
Frucht:
Würze:
Milde:

Empfehlung

Durch den doch sehr außergewöhnlichen Geschmack von „Gold of Mauritius – Dark Rum“ empfehlen wir, vor dem Erwerb der Flasche das Produkt erst einmal zu probieren. Wir persönlich denken, dass der ein oder Andere sicherlich etwas ganz anderes von einem Rum erwartet. Wir freuen uns jedenfalls, den „Gold of Mauritius“ in unserem Rumregal zu haben.

Weiterführendes

Wer sich eine Flasche zulegen möchte, findet „Gold of Mauritius – Dark Rum“ online bei Amazon oder jedem anderen Spirituosen-Händler mit gut sortiertem Rumregal.

Weitere Informationen über „Gold of Mauritius“ sind auf litchquor.com zu finden.